Artikel · Schlaf & innere Unruhe

Schlafprobleme und innere Unruhe

Nachts wach liegen, das Gedankenkarussell, ein plötzliches Herzklopfen – und tagsüber fehlt die Kraft. In den Wechseljahren hat schlechter Schlaf oft konkrete Gründe. Hier lesen Sie, welche das sind und was ruhig weiterhilft.

Schlaf ist das Fundament, auf dem alles andere steht – Stimmung, Konzentration, Belastbarkeit. Wenn er in den Wechseljahren brüchig wird, zieht das schnell weite Kreise. Viele Frauen erleben in dieser Zeit nicht nur schlechteren Schlaf, sondern auch eine neue innere Unruhe und manchmal ein nächtliches Herzklopfen, das beunruhigt. Das ist häufig – und es lässt sich einordnen. Mehr dazu: Perimenopause erkennen.

Warum der Schlaf in den Wechseljahren leidet

Mehrere Dinge kommen zusammen. Zum einen verändern sich die Hormone: Das schlaffördernde Progesteron sinkt, und das Östrogen, das unter anderem die Temperaturregulation und die Stimmung mitsteuert, schwankt und nimmt ab. Zum anderen – und das ist der wichtigste Faktor – wecken nächtliche Hitzewallungen und Schweißausbrüche: Sie reißen aus dem Schlaf, der Körper kommt in Aufruhr, und Wiedereinschlafen fällt schwer. Schlaf wird so zerstückelt, die erholsamen Phasen werden kürzer.

Dazu kommt oft eine innere Unruhe – ein angespanntes, getriebenes Gefühl, das tagsüber zermürbt und abends das Abschalten verhindert. Schlechter Schlaf und Unruhe verstärken sich gegenseitig. Und manche Frauen bemerken nachts oder beim Einschlafen ein Herzklopfen oder Herzrasen. Das wird zu einem Teil dem vegetativen Nervensystem zugeschrieben, das bei sinkendem Östrogen empfindlicher reagiert – aber: Herzrasen darf man nie einfach den Wechseljahren zuschreiben (siehe Warnzeichen).

Frau, die nachts wach im Bett liegt

Was im Alltag hilft

Eine gute Schlafhygiene ist die Basis – allein löst sie hartnäckige Schlafstörungen zwar nicht, aber sie schafft die Voraussetzungen:

  • Feste Schlaf- und Aufstehzeiten, auch am Wochenende.

  • Ein kühles, dunkles Schlafzimmer – gerade bei Nachtschweiß ein echter Hebel; atmungsaktive Bettwäsche und Nachtwäsche helfen.

  • Abends weniger Koffein und Alkohol, Bildschirme rechtzeitig zur Seite legen.

  • Eine ruhige Routine zum Herunterkommen; das Bett möglichst nur zum Schlafen nutzen.

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Quellen

  • S3-Leitlinie „Insomnie bei Erwachsenen“ (AWMF 063-003, Update 2025), DGSM. register.awmf.org/de/leitlinien/detail/063-003 – KVT-I soll allen Betroffenen als Behandlung der ersten Wahl angeboten werden.
  • S3-Leitlinie „Peri- und Postmenopause“ (AWMF 015-062), DGGG/OEGGG/SGGG. register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-062 – kognitive Verhaltenstherapie zur Behandlung von Schlafstörungen und zur Verbesserung der Lebensqualität.
  • Herzrasen: Ursachen unbedingt abklären lassen, Deutsche Herzstiftung. herzstiftung.de – plötzliches, anfallsartiges Herzrasen ärztlich abklären; mögliche Ursachen u. a. Schilddrüsenüberfunktion, Herzrhythmusstörungen.
  • Valerianae radix (Baldrianwurzel), EMA – Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC). ema.europa.eu – „well-established use“ bei leichter nervöser Anspannung und Schlafstörungen; Wirkung gradueller Natur, nicht zur akuten Anwendung.
  • Lavandulae aetheroleum (Lavendelöl), EMA (HMPC). ema.europa.eu – traditionelle Anwendung bei leichter Anspannung und zur Unterstützung des Schlafs (Einordnung der Pflanze).
  • Silexan in generalisierter Angststörung (Kasper et al., Int. J. Neuropsychopharmacol. 2014). academic.oup.com – Silexan reduzierte Angst/Unruhe signifikant gegenüber Placebo; gute Verträglichkeit, kein Abhängigkeitspotenzial.
  • EU-Register zugelassener gesundheitsbezogener Angaben (VO (EU) 432/2012), Europäische Kommission. ec.europa.eu – Magnesium: u. a. Muskel-/Nervenfunktion, Verringerung von Müdigkeit (keine Schlaf-Aussage); Melatonin: Verkürzung der Einschlafzeit (1 mg).
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), IQWiG / gesundheitsinformation.de. gesundheitsinformation.de – Herzklopfen/Herzrasen kann Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sein.

Allgemeine Gesundheitsinformation. Keine Diagnose, Behandlung oder medizinische Beratung. Dieser Artikel wurde redaktionell nach öffentlich zugänglichen medizinischen Leitlinien und Fachquellen erstellt und ersetzt nicht das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei akuten Beschwerden wenden Sie sich an Ihre behandelnde Praxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) oder im Notfall an 112.